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Top Online: „Über 50-Jährige profitieren nicht von Stellenmeldepflicht“

By 9. Januar 2020 No Comments

Arbeitslose über 50-Jährige profitieren laut einer Studie nicht von der Stellenmeldepflicht. Diese führt zwar dazu, dass viel mehr offene Stellen auf Bewerbungsplattformen ausgeschrieben werden. Aber die Ü50 werden dort oft aufgrund ihres Alters herausgefiltert.

Von der Stellenmeldepflicht profitieren die über 50-Jährigen nicht. Sie werden wegen ihres Alters herausgefiltert. «Die Ü50 kommen meist nur über persönliche Kontakte zu neuen Stellen. Der Erfolg, über Bewerbungsplattformen zu einem neuen Job zu kommen, ist für die Ü50 sehr klein», sagte Studienleiter Pascal Scheiwiller von der Outplacementfirma Von Rundstedt, die ihr jüngstes Arbeitsmarkt-Barometer veröffentlicht hat.

Von Rundstedt unterstützt Entlassene bei der Suche nach einer neuen Stelle. Für das jetzige Arbeitsmarkt-Barometer wurden Informationen von 1’524 gekündigten Menschen und von 192 Unternehmen ausgewertet, die im vergangenen Jahr Kündigungen ausgesprochen hatten.

Jüngere profitieren

Die Ü50 als eigentliche Zielgruppe der 2017 eingeführten Stellenmeldepflicht hätten nach wie vor Mühe bei öffentlichen Ausschreibungen und Rekrutierungsverfahren, sagte Von Rundstedt-Chef Scheiwiller. Über Bewerbungsplattformen kämen schnell mal mehrere hundert Bewerbungen herein.

Da hätten die über 50-Jährigen oft nur geringe Chancen, weil die Firmen die Jüngeren bevorzugen würden. Die Ü50 seien vor allem über persönliche Kontakte erfolgreich auf der Jobsuche, weil es bei diesen nur wenige Bewerber gebe.

Von der höheren Transparenz am Arbeitsmarkt durch die Stellenmeldepflicht profitieren insbesondere die unter 50-Jährigen. 2019 hätten 41 Prozent einen Job über öffentliche Stellenausschreibungen gefunden, stellte die Studie fest. Das seien wesentlich mehr als ein Jahr zuvor (24 Prozent).

Auf der anderen Seite nahm der Erfolgsanteil der persönlichen Kontakte deutlich ab: So sind 2019 nur noch ein Drittel der Jobs über persönliche Bekanntschaften vermittelt worden. Im Vorjahr waren es noch 41 Prozent gewesen.

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