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HR Today: „Kündigungspraxis in der Schweiz“

By 16. September 2021 No Comments

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben virtuelle Kündigungsgespräche zugenommen, ergab eine Umfrage von HR Today und dem Personaldienstleister von Rundstedt. Ein Gespräch mit von Rundstedt CEO Pascal Scheiwiller darüber, welchen Einfluss Covid-19 sonst noch auf die Schweizer Kündigungspraxis hatte.

Wie gut schneiden die Schweizer Arbeitgeber allgemein ab?

Pascal Scheiwiller: Firmen in der Schweiz kommen allgemein recht gut weg. Auch wenn man in öffentlichen Diskussionen häufig nur von schlechten Beispielen hört, ist die Realität eine andere. Die Kündigungskultur und -politik in der Schweiz erscheint insgesamt professionell und sozialverträglich. Die Firmen verhalten sich mehrheitlich umsichtig und grosszügig. Es wird mehr gemacht, als rechtlich vorgegeben wäre. Betroffene werden unterstützt und gut behandelt.

Immer häufiger hören wir davon, dass ältere Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden. Sieht man das auch beim Kündigungsverhalten?

Nein, das können wir nicht bestätigen. Bei zwei Drittel der Firmen wird keine Ungleichbehandlung festgestellt. Ü50 sind in den meisten Firmen nicht mehr und nicht weniger von Kündigungen betroffen als jüngere Kolleginnen und Kollegen. Das Alter spielt dabei meist keine Rolle. Diese Gleichbehandlung bedeutet allerdings auch, dass ältere Mitarbeitende nicht speziell geschützt werden. Das sehen wir auch darin, dass die Kündigung von Menschen kurz vor dem Pensionsalter heute kein Tabu mehr ist. Fast 40 Prozent der Firmen kündigen auch Ü60. Das war in früheren Jahren anders. Es muss aber erwähnt werden, dass diese Fälle recht oft mit Frühpensionierungen abgefedert werden.