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HORIZONT: „Schweiz fehlt „Quereinsteigerkultur““

An Fachkräften für klassische Positionen im Marketing mangelt es kaum. Das geht aus einer Umfrage der Outplacement-Beratung Von Rundstedt und der Fachzeitschrift „HR Today“ unter 985 HR-Managern in der Schweiz hervor.

Von Rundstedt und „HR Today“ haben die Personalverantwortlichen, von denen etwa die Hälfte in kleinen und mittleren Unternehmen tätig ist, zwischen April und August dieses Jahres zum Thema Fachkräftemangel befragt. Demnach ist das Problem insbesondere in den Branchen IT/Hightech (47%), Konsumgüter/Detailhandel (44%) und industrielle Produktion (34%) verbreitet. Kaum betroffen sind der Finanzsektor (12%), die öffentliche Verwaltung (11%), Pharma & Chemie (10%) und die Logistik (2%).

Ausserdem betrifft der Fachkräftemangel in vielen Branchen nur einen relativ kleinen Teil der Positionen. In Gastronomie, Konsumgüter/Detailhandel, Bauwesen und der öffentlichen Verwaltung ist die Besetzung von 25 bis 33 Prozent der Positionen kritisch. Im Gesundheitswesen, bei Banken und Versicherungen und in der Pharma/Chemie sind es laut der Umfrage nur fünf bis zehn Prozent. Bei den branchenübergreifenden Positionen belegen IT-Fachkräfte (77%), fachliche Kundenberater (53%), Forschung & Entwicklung (42%), anspruchsvolle Sales-Funktionen (40%) und Handwerker (38%) die Spitzenplätze. Bei klassischen Positionen im Finanzbereich (32%), Office & Administration (24%) und im Marketing (17%) – das können etwa Produktmanager und Mediaplaner sein, ist die Situation um einiges entspannter.

Wird der passende Kandidat nicht gefunden, verlängern HR-Manager in erster Linie den Suchprozess (93%), geben Geld für externe Suchmandate aus (68%) und weichen die Anforderungskriterien auf (79%). Somit sind die Firmen bei der Stellenbesetzung flexibler geworden. Es werden der Studie zufolge neuerdings Kandidaten in Betracht gezogen, die vor zwei Jahren noch als „benachteiligt“ galten. Das Interesse an Müttern nach über zehn Jahren stellenloser Mutterschaft (63%) nimmt zu, die Chancen von älteren Kandidaten Ü60 (43%) steigen und Quereinsteiger (31%) bekommen häufiger eine Chance. Auch spezielle Befähigungsprogramme (58%) gewinnen an Bedeutung, und Rekrutierungsinitiativen im Ausland (36%) werden salonfähig.

Durch den akuten Fachkräftemangel bekommen Quereinsteiger zwar in knapp einem Drttel der Firmen eher eine Chance. Berufliche Neuausrichtungen und Richtungswechsel bleiben in der Schweiz aber trotzdem schwierig. 81 Prozent der HR-Manager finden, dass in der Schweiz trotz digitaler Transformation nach wie vor keine „Quereinsteigerkultur“ herrscht. Branchenerfahrung ist und bleibt bei Bewerbungen heilig (78%), Generalisten haben es nach wie vor schwerer als Spezialisten (61%).

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