Avenir50plus Schweiz fordert gesetzlichen Schutz vor Altersdiskriminierung und Umsetzung internationaler Empfehlungen
Die heute publizierte Studie „55plus in der Altersfalle“ von von Rundstedt & Partner Schweiz bestätigt, was Betroffene und Fachleute seit Jahren beobachten: Menschen ab 55 Jahren werden im Schweizer Arbeitsmarkt systematisch benachteiligt. 77 Prozent der befragten HR-Fachleute erkennen eine klare Altersdiskriminierung – trotz Fachkräftemangel. Gleichzeitig fehlen Mut, Einfluss und Erfahrung, um die Situation nachhaltig zu verändern.
„Diese Zahlen sind ein Alarmsignal“, sagt Heidi Joos, Geschäftsleiterin von Avenir50plus Schweiz, dem nationalen Netzwerk für ältere Arbeitnehmende und Stellensuchende. „Seit der Bundesrat 2019 die Konferenzen Alter und Arbeitsmarkt eingestellt hat, fehlt der politische Wille, dieses drängende Thema ganzheitlich anzugehen. Es braucht endlich einen gesetzlichen Schutz vor Altersdiskriminierung.“
Gesellschaftliche Aufgabe – politische Verantwortung
Die Studie zeigt, dass selbst gutwillige HR-Verantwortliche kaum Handlungsspielraum haben, solange in Unternehmen und Politik die Altersfrage verdrängt wird. Avenir50plus Schweiz unterstützt daher die Empfehlung der Studie nach einer konsequenten 50plus-Kultur, die von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat getragen und eingefordert wird – fordert aber eine Erweiterung auf staatlicherEbene:
„Die Schweiz muss sich an die internationalen Leitlinien der WHO und ILO halten, welche längst konkrete Massnahmen zur Förderung älterer Mitarbeitender formuliert haben“, betont Joos.
WHO-Empfehlungen endlich umsetzen
Ein von der WHO eingesetztes Expertengremium empfiehlt den Mitgliedstaaten u. a.:
• Aktionspläne und Gesetze zur Sicherung sinnvoller Arbeit für Ältere.